Patienteninformation
Mehr als 50.000 Menschen erkranken jährlich in Deutschland an Darmkrebs und etwa 30.000 sterben an den Folgen dieser Tumorerkrankung.
Diese erschütternden Zahlen könnten drastisch gesenkt werden, wenn die Früherkennung des Dickdarmkrebses entscheidend verbessert werden könnte.
Die bisher angebotene Vorsorge-Koloskopie (Dickdarmspiegelung) wird bundesweit von weniger als 5 % der vorsorgeberechtigten Bürger in Anspruch genommen. Vermutliche Gründe dafür sind Vorbehalte gegen eine schmerzhafte Untersuchung bzw. Angst vor tiefer Sedierung ("Narkose").
Hier könnte die Virtuelle Koloskopie (CT-Kolonographie) für die Untersuchung des Dickdarms auf Wucherungen (Polypen) eine entscheidende Abhilfe schaffen.
Es handelt sich um ein neues Verfahren, das uns - wie die konventionelle Vorsorge-Koloskopie - in die Lage versetzt, die Innenwand des Dickdarms auf krankhafte Veränderungen zu untersuchen, ohne ein Koloskop in den Darm einführen zu müssen.
Nach entsprechender Darmreinigung, die der Patient zuhause vornimmt, wird über einen kurzen Katheter Luft in den Darm insuffliert, damit sich alle Darmabschnitte gut entfalten. Unterstützend wird zur Beruhigung der Darmbeweglichkeit und zur Vermeidung der unangenehmen Folgen des Luftdrucks ein harmloses Medikament (Buscopan) verabreicht.
Anschließend erfolgt die Aufnahme des Dickdarms in Bauch – und Rückenlage mittels eines Mehrschicht-Spiral-Computer-Tomographen (PET-CT der Fa. General Electric), der die erforderlichen Daten in nur wenigen Sekunden (jeweils eine Atemanhaltephase) erfassen kann. Es entsteht eine virtuelle Fahrt durch den gesamten Dickdarm, der aus allen nur denkbaren Perspektiven betrachtet werden kann.
Dieses Vorgehen erlaubt die Feststellung von relevanten Polypen (> 5mm) vergleichbar mit den Ergebnissen der konventionellen Koloskopie. Im Gegensatz zur konventionellen Koloskopie erlaubt die CT-Kolonographie zudem eine exakte topographische Lokalisation von gefundenen Veränderungen.
Diese Methode könnte für alle symptomlosen Personen die Methode der Wahl sein.
Es wird mit einer deutlich höheren Akzeptanz der Vorsorgeuntersuchung am Dickdarm gegenüber der konventionellen Koloskopie gerechnet und somit mit einer drastischen Senkung der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen des Darmkrebses.
Die Untersuchung hat mehrere Vorteile gegenüber der konventionellen Koloskopie:
sie ist schmerzlos und sie wird ohne Sedierung durchgeführt.
Dabei ist sie präzise wie die Darmspiegelung selbst.
Der Nachteil ist, daß bei entdeckten Polypen (um die 15 % der symptomlosen Patienten) eine konventionelle (Teil)-Koloskopie mit Abtragung der Wucherungen nachgeschaltet werden muß.
Im Rahmen der fachübergreifenden Praxisgemeinschaft unter einem Dach ist jedoch für eine nahtlose Übernahme zur Fortführung und Beendigung der Untersuchung bis zur Polypenabtragung gesorgt.
Kosten und Kostenübernahme
In Deutschland ist die Virtuelle Koloskopie (CT-Kolonographie) noch keine Leistung in der gesetzlichen Krankenversicherung.
Die Rechnungslegung erfolgt nach der derzeit gültigen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).
Es entstehen Kosten zwischen 495 € und 700 €, je nach Umfang der Untersuchung.
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Die Untersuchungssituation ist komfortabel